Zentrum für inklusive politische Bildung

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ZipB veröffentlicht Studie zum inklusiven politischen Lernen! Jetzt hier kostenfrei als barrierefreies PDF herunterladen!

Mo, 24. September 2018

Die über 150 Seiten umfassende Studie "Inklusives politisches Lernen im Stadion", die das Ergebnis einer mehrjährigen wissenschaftlichen Begleitung des Lernort Stadion e.V. ist und von der DFL Stiftung und der Aktion Mensch gefördert wurde, steht nun kostenfrei als barrierefreier Download zur Verfügung! 

Sie können das Dokument hier downloaden.

Eine gedruckte und gebundene Version kann bei der DFL-Stiftung bestellt werden.

 

Worum geht es in der Studie? Was waren eure größten AHA-Momente? Ein paar O-Töne der Autoren:

Anja Besand: Wirklich begeistert hat uns wie offen das Projekt sich uns gegenüber gezeigt hat und wie tief wir in die pädagogischen Prozesse hineinschauen durften. Das ist nicht selbstverständlich. In der pädagogischen Forschung erlebt man es tatsächlich oft, dass man nur den Zuckerguss gezeigt bekommt. Das war bei dieser Begleitung nicht der Fall. Sowohl die Teamer*innen als auch die Jugendlichen haben sich voll auf uns eingelassen. Das ist letztlich auch der Grund, dass alle Seiten von dieser Begleitung sehr profitieren konnten.

Tina Hölzel: Neben dieser Offenheit waren wir auch besonders begeistert davon wie gut der Ort des Stadions funktioniert. Auch wenn das Thema “Fußball” bzw. “Sport” nicht immer alle Jugendlichen positiv abholen oder ansprechen kann, schafft es der besondere Ort des Stadions (nahezu) alle Schüler*innen zu begeistern und ihnen eine besonders große Wertschätzung entgegenzubringen. Lernort Stadion befindet sich folglich genau an der richtigen Schnittstellen, um politische Bildung, Lebenswelten und Interessen von Jugendlichen mit Wertschätzung zu verknüpfen und so inklusive Lernprozesse anzustoßen. 

David Jugel: Ein weiterer wichtiger AHA Moment bestand darin, dass sich aus dem Begleitungsprozess Modelle ergeben haben, die es im Praxisalltag erlauben politische Bildungsformate unter inklusiven Gesichtspunkten zu konzipieren oder weiterzuentwickeln. Diese Modelle haben wichtige Aspekte von inklusiver politischer Bildung für die Praxis beschrieben. 

Worum geht es bei diesen Modellen?

David Jugel: Ganz deutlich wurde beispielsweise, dass Lernen im Projekt nicht durch eine Anhäufung von Fakten und Wissen stattgefunden hat, sondern durch den regen Austausch der Schüler*innen in aktiven und handlungsorientierten Übungen. Wichtige Voraussetzung für das Gelingen solcher Übungen waren Anerkennungskulturen. Nicht nur den Teamer*innen gelingt es häufig Wertschätzung und Respekt zu zeigen und unter den Teilnehmer*innen zu vermitteln. Auch der Zugang zum Stadion selbst wird bereits von den Schüler*innen als Privileg wahrgenommen. Als ein weiteres Kernelement für inklusive politische Bildung hat sich die Kooperation an einem gemeinsamen Prozess und einem gemeinsamen Ziel herausgestellt. Abhängig von der Beziehungsstruktur haben sich konkurrierende Übungen hingegen als problematisch herausgestellt.

Ein vor allem für die politische Bildung völlig neuer Impuls und damit bedeutender AHA-Moment bestand in der Erkenntnis über das richtige Verhältnis zwischen der Bindungsstruktur und der Auswahl von politischen Themen. Es hat sich hier gezeigt, dass zwar lebensweltnahe Themen für die Schüler*innen immer von Bedeutung sind, dass diese aber nur dann von den Schüler*innen diskutiert werden wollen, wenn die Gruppe eine gute Bindung hat, sie sich also sicher fühlen, sich gegenseitig vertrauen und eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung herrscht. Die Identifizierung der richtigen Themen entsprechend der gegeben Bindungsstruktur ist eine zentrale Aufgabe von diagnostischen Verfahren und bildet damit eine zentrale Herausforderung für inklusive politische Bildung. Auch dafür konnte gemeinsam mit den Teamer*innen ein Hilfsinstrument in Form eines Modells entwickelt werden.

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