Zentrum für inklusive politische Bildung

Zentrum für inklusive politische Bildung

Zentrum für inklusive politische Bildung

Teilprojekt I

Tina Hölzel

Forschungsdesiderat: Inklusion ist in den letzten Jahren zu einem hoch-frequentierten Begriff avanciert (u.a. Leiprecht 2012; Schulze 2011). Zögerlich wurde er auch im Bereich der politischen Bildung aufgegriffen und bildet nunmehr einen elementaren Gegenstand fachwissenschaftlicher wie praktischer Diskussionen. Dabei scheint der Anspruch zur inklusiven politischen Bildung der eigenen Praxis deutlich voraus, obgleich politische Bildung bereits vor über 50 Jahren formulierte breite Bevölkerungsschichten ansprechen zu wollen (vgl. Schiele 2009). Besand (2013), Calmbach und Borgstedt (2012) sowie Detjen (2007) stellen hier fest, dass politische Bildung nach wie vor nur einen geringen Teil der Bevölkerung erreicht. Erste Lösungsversuche, wie die der zielgruppenspezifischen Arbeit, konnten aufgrund ihrer zuschreibungs- und defizitorientierten Vorgehensweise, die erneut exklusive Räume schafft, nur in geringem Maße zur Ansprache breiter Bevölkerungsgruppen beitragen.

Forschungsfrage: Dieser Leerstelle zwischen Anspruch und Wirklichkeit gilt es zu begegnen. Konkret wird daher gefragt: Welche prozessinitiierende Inklusionsbedingungen, in Form von Gelingensfaktoren und Hemmnissen, lassen sich aus der Praxis sowie Wissenschaft der (politischen) Bildung für inklusive politische Bildungsformate durch multiperspektivische, partizipative Forschung ableiten?

Forschungszugang: Das Projekt wählt multipers-pektivische Zugänge über die Felder der politischen und kulturellen Bildung sowie dem Feld der Vielfaltserfahrenen.(Abb.1) Diese Vorgehens-weise begründet sich in der These, dass zwar in der politischen und kulturellen Bildung der Anspruch zur inklusiven Bildung formuliert wird, die praktischen Erfahrungen in diesen Bereichen jedoch begrenzt sind. Um jedoch nicht nur über die Hemmnisse einer inklusiven (politischen) Bildung aussagefähig zu sein, sondern auch über Gelingens-bedingungen auf subjektiver und methodisch-gestalterischer Ebene bedarf es weiterer Forschungsfelder. Die Einrichtung einer partizipativen Forschungsgruppe dient überdies dem Einbezug neuer Perspektiven von ausschlusserfahrenen Menschen.

Methode des Teilprojekts I – partizipative Forschung

Im Rahmen der partizipativen Forschung steht eine partner-schaftliche, interprofessionelle und transdisziplinäre Erforschung gemeinsam mit Co-Forscher*-innen mit Ausschlusserfahrungen im Mittelpunkt. Auf verschiedenen Ebenen der Forschung werden diese einbezogen, um neue und anwendungsorientierte Wissens-bestände zu erheben (Abb.2).