Zentrum für inklusive politische Bildung

Zentrum für inklusive politische Bildung

Zentrum für inklusive politische Bildung

Teilprojekt II

David Jugel

Forschungsdesiderat: Politische Bildung hat seit jeher den Anspruch ALLE Menschen zu erreichen (Sander 2003, S. 14ff., Schiele 2009, S.349ff.). Gleichwohl wird konstatiert, dass politische Bildung vor allem Menschen begeistern kann, die sich bereits für Politik interessieren, vor allem marginalisierte und benachteiligte Teile der Gesellschaft werden von politischer Bildung jedoch kaum erreicht (u.a. Detjen 2007: 3; Brinkmann 2009: 69; Bremer 2010: 11f). Bisherige Strategien, die dieser Erkenntnis mit gruppenspezifischen Ansätzen entgegenzuwirken versuchen, z.B. in Form von politischer Bildung in der Einwanderungsgesellschaft oder politische Bildung für Politikferne, brachten nur bedingt Erfolge hervor und führten außerdem durch die dabei häufig genutzte defizitorientierte Zielgruppenbeschreibung zur Reproduktion von Ausschluss (Besand u. a. 2013, Calmbach/Borgstedt 2012, Bremer/ Gleemann-Göhring 2015).

Forschungsfrage: Es stellt sich also die Frage, wie politische Bildung so gestaltet werden kann, dass Ausschluss vermieden wird und alle Menschen daran teilhaben können. Konkret erforscht das Projekt, wie inklusive Bildungsprozesse in der außerschulischen politischen Bildung initiiert, begleitet und umgesetzt werden können?

Forschungszugang:
Das Teilprojekt geht von einer ausschlusssensiblen Perspekti-ve aus. Dabei werden vor allem Ausschlusslinien be-trachtet, die quer zu den traditionell verwendeten Zielgruppen liegen (Abb.1). Dahinter steht die These, dass Ausschluss zwar häufig durch Diskrimi-nierung spezieller Gruppen entsteht, darüber hinaus aber häufig nicht  beachtet wird, dass jene Gruppen in sich hoch heterogen sind und folglich innerhalb dieser Gruppen zusätzliche und verschiedenste Ausschlussmechanismen wirken. Dabei gibt es in unterschiedlichen Gruppen Menschen, die von ähnlichen Mechanismen betroffen sind. So hilft leichte Sprache nicht nur Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, sondern auch einigen Menschen, die Deutsch erst erlernen oder die aufgrund ihrer Sprachkompetenzen Schwierigkeiten mir schwieriger Sprache haben.  

Methode des Teilprojekts II – DESIGN BASED RESEARCH

Eine fehlende transformelle Sichtweise und Top-down Strategien führen immer wieder dazu, dass Reformprozesse im Bildungsbereich, im speziellen wenn es um Inklusion geht, scheitern (u.a. Booth 2008; Reinmann 2005, Schache 2012). Daher wird für das Projekt ein Forschungsansatz gewählt der in enger Zusammenarbeit mit der Praxis in iterativen Bottom-Up Desingn-Prozessen die Entwicklung              inklusiver Bildungsprozesse untersucht (Abb.2).